Sonntag, 23. Februar 2014

Pfahlkonferenz

Zum Pfahl Dortmund gehören die Bischofsgemeinden Dortmund, Essen, Hagen, Hamm, Herne, Essen, Mülheim und Unna sowie die Zweige Gelsenkirchen, Münster, Paderborn und Siegen. Die diesjährige Frühjahrskonferenz bestand aus einer allgemeinen Mitgliederversammlung jedes einzelnen Pfahls am Samstag Abend und der Übertragung aus Salt Lake City (SLC) in alle 19 deutsch sprechenden Pfähle und drei Missionsdistrikte  am Sonntag Morgen. Das Hauptthema sowohl der Samstagsversammlung als auch der Übertragung aus SLC, dem Hauptsitz der Kirche, galt dem Auftrag des Propheten an die Missionare und Mitglieder aus der Herbst-Generalkonferenz 2012, gemeinsam das Erlösungswerk zu beschleunigen. Diesem Auftrag galt schon eine Sonderübertragung im Frühsommer 2013 für kirchliche Führungskräfte, doch nun sollte allen Mitgliedern  bewusst werden, welcher Teil der Missionsarbeit von ihnen erwartet wird.
Konferenzbesucher: Fam. Jackwerth
Welche Bedeutung das Erlösungswerk hat, wird uns immer dann besonders bewusst, wenn kürzlich getaufte Mitglieder von ihrem neuen Leben in der Kirche berichten. Besonders beeindruckend ist ein solches Zeugnis, wenn es die Mutter in einer fünfköpfigen Famile ausspricht, die sich im August 2013 der Kirche anschloss. Schwester Jackwerth sagte in der Abendversammlung, dass sie die Bekehrung wie eine Bereinigung empfunden habe, bei der sich ihre Familien von Altlasten befreite. Diese Kirche sei das Ziel ihrer und der Bemühungen ihres Mannes gewesen, das Familienleben nach sinngebenden Grundsätzen neu zu gestalten. Die Proklamation "Die Familie" (http://www.lds.org/topics/family-proclamation?lang=deu) der Kirche habe dabei genau ihren Vorstellungen entsprochen. Sie schloss ihre Ansprache mit den Worten: "Ich möchte Ihnen Zeugnis davon geben, dass die Umkehr und das Zuwenden zum Evangelium in dieser Kirche in das Leben jedes Menschen die Nähe zu Jesus Christus bringt und einen wundervollen Beginn einer tollen Beziehung zu Gott bedeutet. Die Anwesenheit des heiligen Geistes immer in unserer Mitte zu spüren, ist eine immer präsente Hilfe der Orientierung, um nach der vollzogenen Kehrtwende immer auf Kurs zu bleiben und sich stetig von Einflüssen und Sünden zu säubern."
Siebziger Gregory A. Switzer
Die Übertragung am Sonntag leitete das Mitglied im zweiten Siebzigerkollegium Elder Switzer. Er sprach von seinem Vater, der erst nach der Eheschließung Mitglied der Kirche wurde, und seinem Sohn ein Poster ans Fußende des Bettes hängte, welches dazu aufforderte, immer zu beten. Von großem Einfluss auf sein religiöses Leben seien aber auch die Gespräche am Mittagstisch gewesen, weil seine Eltern darauf achteten, dass neben physischer auch ausreichend geistige Nahrung verfügbar war. Bemerkenswert war für mich sein Satz, dass bei solchen Tischgesprächen gewöhnlich über andere Leute gesprochen wird, dass es aber viel wertvoller sei, sich über Ideen zu unterhalten, wie man bestimmte Aufgaben lösen könne. Auch er zitierte die Proklamation, in der die Aufgaben der Elten definiert werden: "Eltern haben die heilige Pflicht, ihre Kinder in Liebe und Rechtschaffenheit zu erziehen, sich ihrer physischen und geistigen Bedürfnisse anzunehmen und sie zu lehren, dass sie einander lieben und einander dienen, die Gebote Gottes befolgen und gesetzestreue Bürger sein sollen, wo immer sie leben." Weil er Eltern gehabt habe, die solche Pflichten ernst nahmen, sei in ihm die Bereitschaft gewachsen, beispielsweise entsprechend seiner Berufung auch als Missionar in Norddeutschland zu dienen.
Präsidentin Carole M. Stevens
Schwester Stevens, erste Ratgeberin in der Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung der Kirche, beeindruckte mich mit dem Bericht über ein "Geschenk für jemanden, der es braucht", das einem Bischof zugesandt wurde. Als er es einer bedürftigen Frau brachte, stellte sich heraus, dass dieses von ihr selbst stammte. Die Geschichte sollte uns an vorbildliche Opferbereitschaft erinnern, die auch notwendig ist, wenn wir das Erlösungswerk beschleunigen wollen. Wichtig in ihrer Ansprache war für mich aber auch, dass sie uns aufforderte, auf Redewendungen zu achten, mit denen Propheten Aufträge an uns einleiten oder beschließen: "Es ist jetzt an der Zeit" ist eine solche, wie sie Präsident Thomas S. Monson gebrauchte, um uns den Auftrag zu geben, das Erlösungswerk zu beschleunigen. Ein solcher würde dann auch mit einer Verheißung abgeschlossen: "Der Herr (wird) ihre Anstrengungen heiligen und sie werden über sich hinauswachsen, damit sie andere aufrichten und ihnen ein Segen sein können."
Apostel David A. Bednar
Die dritte Ansprache hielt dann Elder Bednar. Er sprach  Deutsch, weil er vor mehr als 40 Jahren in Süddeutschland auf Mission war. Das Bild von dem Joch Christi, das wir mit der Taufe auf uns genommen haben, um unsere Lebensaufgaben zu erfüllen, eröffnete uns eine ganz neue Sichtweise, weil uns Zuhörern bewusst werden konnte, dass es SEIN Joch und uns somit eine große Lebenshilfe ist. Deshalb brauchen wir unseren Lebensauftrag nicht mehr alleine bewältigen, sondern haben stets den stärkst möglichen Partner neben uns. So ist es nicht schwer, nach dem Evangelium zu leben, sondern viel schwerer, ohne Gott zu sein. Wenn wir aber das Joch als Hilfe erfahren, uns also richtig bekehrt haben, dann heißt der Auftrag auch: "Stärke Deine Brüder!" (vgl. Lukas 22:32; http://www.bibleserver.com/text/EU/Lukas22) Wenn wir nun zu den Menschen gehen, dann haben wir nichts zu verkaufen oder Bonuspunkte zu sammeln, sondern dann sollten wir uns so geben wie Lehi, der von der süßen Frucht des Lebensbaums schmeckte und sich wünschte, dass seine Familie sie auch kostete. (1. Nephi 8:2-35; http://www.lds.org/scriptures/bofm/1-ne/8?lang=deu) Apostel Bednar sprach auch zu jenen, die sich irritiert von der Kirche abwenden, wenn sie ihre Idealvorstellungen nicht immer erfüllt sehen. Ein Mitglied hat sie enttäuscht oder eine Geschichte aus der Kirche, deren nähere Umstände im Dunkel der Vergangenheit befremdlich erscheinen, sollten unseren Glauben an die Wahrheit des Evangeliums und seine Widerherstellung nicht schwächen. Ein fester Glaube ist dazu da, alle Zweifel und Furcht zu überwinden und es lohnt sich, dem Erlösungswerk treu zu bleiben.
Apostel Robert D. Hales
Elder Hales ist uns deutschen Mitgliedern aus seiner fünfjährigen Berufung(1979-1984) als Regionalrepräsentant für Europa Mitte am meisten vertraut. Er erinnerte uns an den Segen, den wir genießen, wenn wir als Mitglieder zu einer Konferenz zusammenkommen können. Der Vater im Himmel möchte uns in seiner Nähe haben. Die Konferenz wäre solch ein heiliger Ort, aber auch die Familie ist es, wo wir an heiliger Stätte Kraft schöpfen können. Hier haben wir die besondere Gelegenheit, in geschützter Umgebung persönlich, mit dem Ehepartner und mit unseren Familie zu beten, wöchentlich Familienabend abzuhalten und dabei auch miteinander Rat zu halten. Er erinnerte uns ebenfalls daran, dass Gebote keine Last sind, sondern Hilfestellungen, unser Leben besser zu meistern. So sei z.B. auch niemand zu arm, das Gebot des Zehnten zu halten. Wir sollten es als großen Segen erachten, weil der Zehnte uns auch die Tür zum Tempel öffnet, dem Haus des Herrn, in dem wir ganz nahe bei unserem himmlischen Vater sind. Da jeder von uns diese Nähe braucht, sollten wir als irdische Eltern niemals unser Herz gegenüber unseren leiblichen Kindern verschließen, wenn auch die Enttäuschung über ihr Verhalten noch so groß sein mag. Gleiches gilt auch für unser Verhalten gegenüber dem Nächsten. Auch sein Wohlergehen sollte uns immer am Herzen liegen.
Wenn wir gemeinsam in diesem Licht Christi wandeln, wird die Verheißung auch für Deutschland in Erfüllung gehen, dass sich das Erlösungswerk beschleunigt. Schwester Jackwerth hatte uns am Anfang der Pfahlkonferenz berichtet, dass sie mit ihrem Lebenspartner "nach 13 Jahren des Zusammenlebens in wilder Ehe und drei gemeinsamen wundervollen Kinder den Bund fürs Leben" schlossen, zum Glauben zurückfanden, ihren Medienkonsum  und so manch andere schlechte Gewohnheit änderten und nur noch von den Missionaren gefunden werden brauchten. Vielleicht sind wir Nachbarn oder Bekannte solcher Familien, die nur darauf warten, dass wir durch Inspiration zu ihnen geführt werden. Aber auch unter uns Mitgliedern sollten wir offenen Herzens sein und uns in aller Not beistehen.


Montag, 17. Februar 2014

Jesus Christus lebt!

Bei der Unterrichtsvorbereitung zum Thema "Das Leben Christi" in der Evangeliumsaufbauklasse fragte ich den vorgesehenen Lehrer Daniel Welter, welchen Schwerpunkt er denn setzen möchte. "Dass ER lebt", war seine Antwort. Um diese Tatsache zu verdeutlichen,
die Auferweckung
sollte zum Einstieg über das Bild von der Auferweckung  der Tochter des Jairus nachgedacht werden (Markus 5:39-43; http://www.bibleserver.com/text/EU/Markus5), wie es in dem Unterrichtsleitfaden (http://www.lds.org/manual/gospel-principles/chapter-11-the-life-of-christ?lang=deu) abgedruckt ist. Sucht man nach Kommentaren zu dieser Auferweckung, dann fällt auf, dass diese Begebenheit gerne in Kindergottesdiensten thematisiert wird. Ist sie uns Erwachsenen nicht mehr zuzumuten? Mir wurde bewusst, dass die Auferweckung des Glaubens an den auferstandenen Jesus Christus Zentrum meiner Bekehrung war und ich mich somit in dem Kind, das auferweckt wird, wiederentdecken kann. Ja, Jesus selbst ist es, der uns geistig zu neuem Leben erweckt. Wir glauben an ihn, der durch sein Sühnopfer zu unserem Erlöser, unserem geistigen Vater geworden ist und uns so ewiges Leben schenkt. Wenn die Aufmerksamkeit unserer Schüler auf diese Weise geschärft worden ist, wollen wir durch Verse der  Heilige Schrift unser Zeugnis vom Leben Christi zu aller Zeit stärken.      
Die Schlüsselschriftstelle steht sicher zu Beginn des Johannes-Evangeliums: "Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." (http://www.bibleserver.com/text/EU/Johannes1). Im Alten Testament ist es vor allem Jesaja, der die Geburt Christi verheißt und deshalb zu Weihnachten oft zitiert wird: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn : Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens." (http://www.bibleserver.com/text/EU/Jesaja9)
Auch König Benjamin, ein Prophet im Buch Mormon, berichtet von seiner Vision über die erwartete Geburt Christi: "Und er wird Jesus Christus heißen, der Sohn Gottes, der Vater des Himmels und der Erde, der Schöpfer aller Dinge von anfang an; und seine Mutter wird Maria heißen." (Mosia 3:8; http://www.lds.org/scriptures/bofm/mosiah/3?lang=deu)
Wir reiben uns die Augen. Selbst sein Name wurde schon verheißen? Wir wissen durch die Köstliche Perle, dass selbst Adam schon diesen Namen erfuhr: "... Jesus Christus, der einzige Name, der unter dem Himmel gegeben wird, wodurch den Menschen Errettung zuteil wird..." (Mose 6:52; http://www.lds.org/scriptures/pgp/moses/6?lang=deu)
Was uns aus alter Zeit berichtet wird, erfuhren auch Propheten unserer Zeit, allen voran Joseph Smith bei der Wiederherstellung der Kirche. In einer Vision vom 3. April 1836 sahen er und sein Ratgeber
Oliver Cowdery im Tempel zu Kirtland Jesus Christus, der zu ihnen sprach: "Ich bin der Erste und der Letzte; ich bin der, der lebt, ich bin der, der getötet worden ist; ich bin euer Fürsprecher beim Vater." (L. u. B. 110:4; http://www.lds.org/scriptures/dc-testament/dc/110?lang=deu) Dem Zeugnis der jetzigen Kirchenführer von Jesus Christus ist die Ausgabe der Kirchenzeitschrift "Liahona" 2008 gewidmet: http://www.lds.org/liahona/2008/03?lang=deu.
Dass Jesus Christus lebt, erfahren wir selbst auch, wenn wir in seinem Werk dienen. Sein Werk ist es, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen. Den Missionaren ist sehr bewusst, dass sie nicht aus eigener Kraft Menschen bekehren können, sondern dass Umkehr nur gelingt, wenn der Heilige Geist durch ihre Vermittlung und das eigene Bemühen der Untersucher spürbar wird. Davon sollten die Anwesenden in der Evangeliumsaufbauklasse zum Schluss des Unterrichts Zeugnis geben können.


Montag, 10. Februar 2014

Gemeindekonferenz

Ein Höhepunkt im Gemeindeleben ist die alljährliche Gemeindekonferenz, weil auf ihr die Führungsbeamten der Kirche von den örtlichen Mitgliedern in ihrem Amt bestätigt werden, Rechenschaft abgelegt wird und Zielvorstellungen für das kommende Jahr formuliert werden. Sie begann diesmal etwas ungewöhnlich am Freitag mit einer Missionsveranstaltung in Essen, in deren Rahmen eine Dortmunder Taufe, die zweite in diesem Jahr, stattfand.
Gebietssiebziger Axel Leimer
Auf ihr sprach Elder Axel Leimer, Gebietssiebziger der Kirche. Er wurde auf der Früjahrs-Generalkonferenz 2013 in dieses Amt berufen. Zuvor war er Bischof der Gemeinde Frankfurt-Höchst und dann Präsident des Frankfurter Pfahls. Gebietssiebziger dienen der Kirche ehrenamtlich neben dem Beruf innerhalb ihres zugeteilten Gebiets. Beruflich ist Elder Leimer Geschäftsführer eines Biotechnologie-Firma, die im letzten Jahr als eins der besten mittelständischen Unternehmen Deutschlands mit einem begehrten Wirtschaftspreis ausgezeichnet wurde. Elder Leimer ist verheiratet und hat fünf Kinder. Er zitierte aus dem Vermächtnis des Propheten Lehis: "Erwacht! Und erhebt euch aus dem Staub ... Der Herr hat meine Seele von der Hölle erlöst; ich habe seine Herrlichkeit geschaut, und ich bin auf ewig ringsum umschlossen von den Armen seiner Liebe." (2. Nephi 1:14 f.; http://www.lds.org/scriptures/bofm/2-ne/1?lang=deu)
Zur eigentlichen Gemeindekonferenz am Sonntag besuchte uns dann  
Pfahlpräsident Markus Zarse
Pfahlpräsident Markus Zarse
Er ist beruflich promovierter Mediziner, Privatdozent und als solcher leitender Oberarzt am Klinikum Lüdenscheid. Kirchlich diente er nach Mission und beruflicher Ausbildung zunächst als Bischof der Gemeinde Hagen bevor er 2009 als Präsident des Pfahles Dortmund berufen wurde. Er ist verheiratet und vierfacher Vater.
In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er den Briefwechsel zwischen Hauptmann Moroni und dem regiernden Richter des Landes Pahoran, in dem jener diesem voll Zorn Gleichgültigkeit vorwarf. Dieser aber reagierte besonnen und schrieb seinem jungen Heerführer zurück: "Ich bin nicht zornig, sondern freue mich über die Größe deines Herzens. Ich ... trachte nicht nach Macht. ... Meine Seele steht fest in d(ies)er Freiheit, worin Gott uns frei gemacht hat (Alma 61:5; http://www.lds.org/scriptures/bofm/alma/61?lang=deu). Präsident Zarse forderte uns auf, wie Pahoran und Moroni zusammenzustehen und mit vereinten Kräften dem Nächsten stets unsere Liebe zu erweisen und uneigennützig zu dienen.
Zuvor sprach Bischof Matthias Roth, der 2011 von Präsident Zarse zu diesem Amt berufen wurde, über das Motto aller diesjährigen Gemeindekonferenzen im Pfahl Dortmund gesprochen:
"Wegen der Gottesliebe, die dem Volk im Herzen wohnte, gab es im Land keinen Streit." 

Bischof Matthias Roth
Matthias Roth ist ein Mann des Ausgleichs. Er steht beruflich seinen Mann als Marketingmanager eines Unternehmens im Kreis Unna, ist verheiratet und Vater von 3 Kindern. Er äußerte sich dankbar über die Ergebnisse der fürsorglichen Arbeit in allen Gemeindeorganisationen. Gottesliebe entwickelt sich zum einen aus beständigem Kontakt zu Gott im Gebet und Schriftstudium. Zum anderen bedeutet Gottesliebe aber auch, dass man sich dem Nächsten zuwendet und ihm dient. Um solche reinen, weil uneigennützigen Werke der Nächstenliebe sollte es auch in Zukunft gehen. Damit ließe sich auch immer Sreit vermeiden, der niemals aufbaut, sondern immer zerstört.
Gemeinsam sangen wir dann zum Schluss: "Liebet einander, wie ich euch liebe! Das sage ich euch: Liebet einander! Daran erkennt man, dass ihr mir nachfolgt; denn meine Jünger sind voll Liebe." (Gesangbuch, Nr. 200; nach Johannes 13:34 f.; http://www.bibleserver.com/text/LUT/Johannes13)
p.s. die ersten beiden Täuflinge dieses Jahres kann ich hier leider nicht vorstellen, weil sie aus einem Land ohne Religionsfreiheit stammen. Sie sind für kurze Zeit aus familiären Gründen nach Hause zurückgereist und sollen nicht gefährdet werden.




Sonntag, 2. Februar 2014

Dem Propheten folgen

An diesem Sonntag trafen sich alle Mitglieder der Gemeinde zu einer gemeinsamen Klassenzeit,
Präsident Thomas S. Monson
um sich über den Auftrag von Präsident Monson zu informieren, dass es jetzt an der Zeit (sei), "dass die Mitglieder und die Missionare zusammenkommen, zusammenarbeiten und im Weingarten des Herrn zusammenwirken, um Menschenseelen zu ihm zu bringen." (http://www.lds.org/liahona/2013/11/news-of-the-church/growth-in-membership-and-in-number-of-missionaries-announced-at-general-conference?lang=deu) Wir sollten auch erfahren, welche Gedanken sich die einzelnen Mitglieder des Gemeinderats gemacht haben, diesen Auftrag vor Ort zu erfüllen. Zwei Vollzeitmissionare legten den geistigen Grund, indem sie Nephi zitierten, der zusammenfassend den Missionsauftrag erklärte, alle Menschen zur Taufe zu bewegen. "Dies ist der Weg; und es ist kein anderer Weg noch Name unter dem Himmel gegeben, wodurch der Mensch im Reich Gottes erettet werden kann." (2. Nephi 31:21; http://www.lds.org/scriptures/bofm/2-ne/31?lang=deu) Anschließend sahen wir ein Video, das zur Zusammenarbeit von Missionaren und Mitgliedern auffordert (http://www.lds.org/training/wwlt/2013nu/hastening/a-new-vision?lang=deu).
Dann hatten sieben Mitglieder des Gemeinderats, die dort die einzelnen Organisationen in der Gemeinde vertreten, die Gelegenheit, ihre Zielvorstellungen vorzutragen. Mich beeindruckte besonders der Vortrag der Leiterin der Jungen Damen, die gemeinsam mit einem Mädchen ihrer Gruppe vor die Klasse trat und zwei Säulen des Auftrags kennzeichnete: Die liebevolle Sorge um den Nächsten und das eigene Glaubenszeugnis, das nicht verborgen bleiben darf, sondern erst als wärmendes Licht auch auf den Träger zurückwirken kann, wenn es offen weiter gegeben wird.
Zum Schluss hörten wir zwei geistig bewegende Erfahrungsberichte von Schwestern, die zunächst in ihrem Alltag zurückhaltend mit dem Missionsauftrag umgegangen waren, dann aber auf wunderbare Weise zu spüren bekamen, wie der Geist des Evangeliums wirkt und Menschen in ihrem Umfeld erreicht. Ich bete darum, dass wir alle in diesem Geist dem Auftrag des Propheten folgen und dadurch selber in unserem Zeugnis wachsen können.

Sonntag, 26. Januar 2014

Geistige Schutzschlüssel

Boyd K. Packer, der Präsident des Apostelkollegiums, verhieß in einer Ansprache auf der Herbstgeneralkonferenz 2013, dass der Friede in das Herz von Menschen einkehrt, die sich den Heiligen Schriften zuwenden und sich damit Schutz und Erlösung erschließen (http://www.lds.org/liahona/2013/11/saturday-afternoon-session/the-key-to-spiritual-protection?lang=deu).
Heute war ich Hauptsprecher in der Abendmahlsversammlung und orientierte mich dabei an der obigen Ansprache. Fürwahr sind wir heute vielfachen negativen Einflüssen ausgesetzt. Paulus hat diese Gefahren in einem Brief an Thimotheus vorhergesagt (2. Thimotheus 3:1-5; http://www.bibleserver.com/text/EU/2.Timotheus3). Gerade in der letzten Woche erhielt ich per E-Mail Kenntnis von einem außerkirchlichen Streit über die Verwendung von Vereinsgeldern, der zu einer Schlammschlacht ausartete, an dem sich bedauerlicher Weise auch ein Kirchenmitglied beteiligte. Was können wir dagegen tun?
Heilige Schriften wie Schlüssel
Apostel Packer weist uns darauf hin, dass wir in den heiligen Schriften die Schlüssel zu geistigem Schutz finden. Waren diese Schriften als Machtinstrumente in früheren Jahrhunderten nur Sprach- und Schriftkundigen zugänglich, so hat die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage seit ihrer Wiederherstellung, guter protestantischer Praxis folgend, sowie aktuell unter der Federführung ihres heutigen Präsidenten Thomas S. Monson dafür gesorgt, dass die fünf Standardwerke der Kirche, mit ausführlichen Fußnoten und Querverweisen versehen auch wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werdend, seit 1979 der Allgemeinheit in handlichen Formaten kostengünstig zur Verfügung stehen. Apostel Packer verweist auf den Siebziger S. Dilworth Young, der bei zwischenmenschlichen Spannungen empfahl, in den heiligen Schriften zu lesen und erweitert diese Empfehlung dahin gehend, "das Schriftstudium zu einem festen Bestandteil ... (des) Tagesablaufs (zu machen)." Zur Verstärkung dieser Empfehlung zitiert er Paulus: "Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit."(2. Thimotheus 3:16)
Über die Ansprache von Apostel Packard hinausgehend, sprach ich dann über Apostelgeschichte 10,  worüber in der evangelischen Kirche an diesem Sonntag auch gepredigt wurde (http://www.bibleserver.com/text/EU/Apostelgeschichte10). Diese Geschichte ist ein gutes Beispiel für die Lösung eines Konflikts, dem der Apostel Petrus ausgesetzt war, ob nur Juden oder auch Heiden Christen werden können. Der römische Hauptmann Kornelius, ein gottesfürchtiger Mann, erhielt die Vision, Simon Petrus aus Joppe herbeiholen zu lassen. Petrus erlebte gleichzeitig eine Vision, die ihn erkennen ließ, von Gott als rein Erklärtes nicht als unrein zu betrachten. Als die Boten des Hauptmanns zu ihm kamen, war er deshalb bereit, mit ihnen zu gehen und Kornelius sowie dessen Haus das Evangelium zu verkünden. Noch während er sprach, kam der Heilige Geist auf alle herab, die zuhörten. Petrus, der im Gegensatz zu Paulus zuvor strikt gegen die Taufe von Heiden war, ordnete nun an, Kornelius und seinen Anhang im Namen Jesu Christi zu taufen. Ich bete darum, dass wir  durch das Lesen heiliger Schrift inspiriert werden, Vorurteile oder Ängste zu überwinden, aufeinander zuzugehen und respekt- sowie liebevoll miteinander umzugehen. Solches Verhalten wird Frieden in unser eigenes Herz bringen, uns vor belastenden Auseinandersetzungen schützen und letztlich die verheißene Erlösung bringen.

Freitag, 24. Januar 2014

Spezial-Post zu einer Verlobung/Special for an engagement

Auf Mission geschieht auch meschlich Wundervolles. Obwohl es bei Missionaren nicht Priorität hat, findet es hin und wieder trotzdem statt.
Kaitlyn Michelle Sprouse und James Penfold haben sich, wie wir lasen, am 20. Januar verlobt. Sie waren beide im letzten Jahr Missionare in Dortmund. Die US-Amerikanerin Sprouse hatte mich durch ihren Blog "Hello from Deutschland" zu meinem Schreiben inspiriert und der Engländer Penfold war  hier Zonenleiter, der uns nach seiner Mission auch noch einmal mit seinen Eltern und seiner Schwester in Dortmund besuchte. Wir freuen uns persönlich über die Verlobung auch deshalb, weil das Datum unser 47. Hochzeitstag ist und wünschen alles Gute bei der Planung des gemeinsamen Lebenswegs. Nun enthalten die Posts auch immer einen geistigen Gedanken und orientieren sich dabei gern an Auslegungen der Heiligen Schrift, wie ich sie in diesem Jahr in dem weihnachtlichen Buchgeschenk "Mit der Bibel durch das Jahr" finde. Für den 20. Januar wurde dort Josua 5:13-15 (http://www.bibleserver.com/text/EU/Josua5) unter dem   Leitgedanken "Manchmal hilft einfach fragen" ausgewählt. Der sich ergebende Zusammenhang erinnert an die Berufung des Mose, die hier auf Josua übertragen wird. Auch er wird gebeten, seine Schuhe auszuziehen, weil er an heiliger Stätte steht. In der heutigen Welt ist die Ehe nicht mehr zwingende Voraussetzung für das Zusammenleben in einer Beziehung. Wir glauben jedoch, dass Brautpaare heiligen Boden betreten und die Ehe für ein gemeinsames Leben gebotene Voraussetzung ist. Da wir so gar nicht mitbekamen, wann der Funke übersprang, würden wir diese Geschichte doch gerne einmal erfahren. -
Jetzt aber wünschen wir Euch beiden eine glückliche Verlobungszeit, die zur Siegelung der Ehe im Haus des Herrn führt und Euch ewig vereint.


There are wonderful things that happen on a mission. Even though finding a partner is not one of the priorities of the missionaries, you sometimes can’t keep the sparks from flying. As we read Kaitlyn Michelle Sprouse and James Penfold got engaged January 20st. They were both missionaries in Dortmund last year. The US American Sister Sprouse inspired me to start my blog through her own mission blog „Hello from Germany“ and the English Elder Penfold was a zone leader. He came to visit us here in Dortmund with his parents and his sister after his mission. We feel a special personal connection to their engagement, because January 20st  2014 is our 47th wedding anniversary. We have a very fond memory of our engagement time before we got married.
Now my blog always has little spiritual thoughts that are oriented on the scriptures. For Christmas I got a book that is called „ with the bible throughout the year“ For January 20st 
I found the scripture of Joshua 5: 13-15 with the leading theme of „ Sometimes it helps to ask“. We are reminded of the calling of Mose that is now transfered to Joshua. Joshua is also asked to take off his shoes, because he is standing on holy ground.
In the world today an engagement and a wedding is not mandatory anymore to live together as a couple. We believe, though, that couples step on holy ground and that it is comanded to be married if you want to start a life together. We wish the couple all the best for the engagement time that will eventually lead to a sealing in the holy temple, the house of the Lord,  that will unite the couple for time and all eternity.

P.S. Since we didn’t notice the flying sparks, we would be really interested in hearing the  whole story sometime!

Sonntag, 19. Januar 2014

Gotteserkenntnis in Anatevka

Am vorigen Freitag waren meine Frau und ich gemeinsam mit einem Geburtstagskind im
Chagall, Fiedler auf dem Dach
Musical Anatevka(Fiddler on the roof) im Dortmunder Opernhaus. Es war eine für uns überraschend feinsinnige Inszenierung, die zu vielen Gedanken anregte. Einer betraf die traditionelle Gottesvorstellung des Milchmanns Tevje, der tragischen Hauptperson, die letztlich dazu führte, dass er die dritte von fünf Töchtern verstieß, weil sie einem Andersgläubigen ihr Herz schenkte, schließlich die Familie auseinanderfiel und zum Schluss eine leere Bühne übrig blieb. Gottes Absicht ist nach unserem Verständnis aber die, Familien zusammenzuführen und zu erhalten. Was wäre gewesen, wenn Tevje, sein soziales Umfeld und auch die Obrigkeit schon von der Wiederherstellung des Evangeliums gewusst und die Gotteserkenntnis über die Tradition hinaus gereicht hätte?
Wie ist Gott Vater wirklich? Darüber haben wir vor kurzem in der Evangeliumsaufbauklasse gesprochen. Der Leitfaden führte uns zu drei Erkenntnissen: 1. Gott ist körperlich zu sehen. Wir sind in seinem Abbild erschaffen. Unser Körper gleicht seinem Körper. Er ist sichtbar auch dann, wenn er vollkommen und verherrlicht erscheint. So sind wir gedanklich in der Lage, uns in ihm zu erkennen.
2. Gott ist vollkommen. Er weiß alles, hat alle Macht und nutzt sie, um uns in seiner Schöpfung alle Möglichkeiten der Entwicklung einzuräumen. In der Anwendung seiner an seinen Sohn Jesus Chistus übertragenen Macht erfahren wir, wie rechtschaffen, liebevoll und barmherzig er ist.
3. Gott ist ewig und er möchte, dass wir es auch werden. Unser Leben hat eine Perspektive, die weit über die Endlichkeit unseres irdischen Lebens hinausreicht.
Wenn das Musical auch ungewohnt melancholisch endete, so wirkte der inszenierte Applaus auf mich wie ein Teil des Stücks. Alle kehrten auf die Bühne zurück und durften sich freuen. Eine Gestalt verselbständigte sich in meinen Gedanken: der Fiedler auf dem Dach. Im Programmheft steht: "Ein Geiger auf dem Dach. Klingt verrückt, oder? Aber hier in unserem kleinen Schtetl Anatevka ist eigentlich jeder ein ,Geiger auf dem Dach´. Jeder versucht, eine schlichte und schöne Melodie zu spielen, ohne sich dabei das Genick zu brechen." Tevje griff immer nach oben ins Leere, wenn er mit Gott Zwiesprache hielt. Hätte er sich nicht dem Geiger zuwenden können, der das Spiel des Lebens in Vollkommenheit beherrscht?